Alle Beiträge von Niklas Becker

Radfahren in Ammerbuch

“Rad fahren macht Spaß, Rad fahren ist gesund. Immer mehr Menschen fahren Rad und sie fahren immer längere Strecken. Sicher sind auch Sie öfters mal mit dem Rad unterwegs.
Für Ihren Landkreis ist die Zunahme des Radverkehrs eine Chance: Je mehr Strecken mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden, umso weniger Abgase und Lärm gibt es, umso sicherer ist Ihr Landkreis. Wer Radfahren fördert senkt die Kosten für Infrastruktur, medizinische Behandlungen, Klimaschutz.
Mehr Radverkehr nutzt allen – sowohl den Radfahrern selbst, als auch den anderen Menschen in unseren Städten und Gemeinden” schreibt Gudrun Zühlke, Landesvorsitzende des adfc, in der Broschüre “Radverkehr vor Ort, Landkreis Tübingen”

Radfahren wurde in Ammerbuch von der Verwaltung bisher aber vor allem als sportliche Freizeitbeschäftigung betrachtet. Immer mehr wird das Rad aber auch als Verkehrsmittel eingesetzt, sei es für Einkäufe, Wege zu Kindergarten, Schule oder zur Arbeit oder sonstige Kurzstrecken.
Im Vergleich zum öffentlichen Nahverkehr ist das Rad bei Strecken bis 5 km zumeist schneller – zu Berufsverkehrszeiten ist das Fahrrad zum Teil das schnellste Verkehrsmittel von Entringen Richtung Tübingen.
Innerorts ist es kaum langsamer als ein Auto, ohne dass die Umwelt durch Abgase und Staub belästigt wird. Durch eine Verlagerung eines Teils der Autofahrten auf Radfahrten ließe sich dadurch auch mehr Lebensqualität erzielen – wegen der Verringerung des Autoverkehrs auch für die verbleibenden Autofahrer. Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, auch in unserer ländlichen Gegend die Benutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel attraktiv zu machen.

Die Realität sah bisher in Ammerbuch anders aus: “Der Radverkehr hat in Ammerbuch keine Priorität”, so die Aussage des zuständigen Sachbearbeiters für Sicherheit und Ordnung im Entringer Rathaus Anfang April zu folgendem Problem: Anfang des Jahres war es selbstverständlich, die “störenden” Radfahrer vom Baustellenbetrieb der neuen Schule in Entringen auszusperren, ohne sich über Alternativen Gedanken zu machen. Auf wiederholtes Nachfragen entsteht hier langsam ein Bewusstsein seitens der Gemeindeverwaltung.

Zu einer radfreundlichen Gemeinde ist es aber noch ein weiter Weg. Innerorts fehlen Radwege, wie zum Beispiel an der Bundesstraße in Entringen, auch das Kurzparken von Autos ist hier nicht geregelt, so dass die Fußwege vor den Läden häufig in fast voller Breite zugeparkt werden. Einkaufen wird unmöglich für Personen mit Kinderwagen, Rollator oder gar Rollstuhl. Unsichere Radfahrer, welche hier in der Regel auf den Fußweg ausweichen, finden ebenfalls kein Durchkommen.
Radverbindungen zwischen den Ortschaften, z.B. zwischen Entringen und Herrenberg, müssen geschaffen bzw. sinnvoller beschildert werden. Nur sporlich ambitionierte Radfahrer werden den befestigten Weg über Reusten bzw. den neuen aufwändgen Radweg über Breitenholz wählen, der Weg über Altingen durch den Hardtwald ist bei feuchtem Wetter und Dunkelheit problematisch und nach Forstarbeiten manchmal überhaupt nicht befahrbar. Auf der Bundesstraße zwischen Entringen und Kayh gilt an den Stellen, an denen kein Radweg vorhanden ist, immerhin Tempo 70. Es sollte jedoch hier eine Verbindung geschaffen werden, über die man schnell und sicher nach Altingen bzw. Richtung Herrenberg  kommt. Auch in Altingen entlang der Ammertalbahn Richtung Gültstein fehlt eine Verbindung. Der Weg entlang der Ammer in Poltringen ist für beide Fahrtrichtungen viel zu schmal. Im Schönbuch einen korrekten Wegweiser Richtung Entringen zu finden gelingt nur schwerlich. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Trotz aller Beschwerlichkeiten möchte ich dafür werben, aus den anfangs genannten Gründen das Rad auch für kürzere bis mittlere Alltagsstrecken zu nutzen. Vorhandene Problemstellen solten der Gemeinde gemeldet werden, nur so können diese erkannt und behoben werden. So wurden im Bereich der Baustellenausschilderung der neuen Schule schon Verbesserungen durchgeführt.

Nehmen Sie als Autofahrer Rücksicht auf Radfahrer im Straßenverkehr, leider lassen sich Fahrten auch auf stärker befahrenen Straßen noch nicht immer vermeiden. Fahren Sie sich und der Umwelt zuliebe mit dem Rad und helfen Sie mit, die Infrastruktur dafür zu verbessern.

Ulla Malang

Mehr Infos zu uns gibt es auf: www.gal-ammerbuch.de.

Aktuelle Themen – unser Treffen am 1. Mai

Unsere Ergebnisse vom GAL-Treff:

Wir bringen Wohnungspolitik voran:
Bürgerbeteiligung beim Wohnen. Was ist bei der Einwohnerversammlung an Anliegen aufgekommen? Bürger sollen Wünsche und Ideen einbringen können.
Bezahlbares Wohnen. Dies schließt Projekte der Kreisbau und die Schaffung von Mietwohnen auch im privaten Bereich mit ein.
Barrierefreier Wohnraum. Die Gesellschaft wird älter und Menschen mit Behinderung sollen in Ammerbuch problemlos einen Platz zu leben finden können.
Angemessene Wohnflächen pro Person. Die Demographie geht immer mehr zum Ein-bis-Zwei-Personen-Haushalt. Größere Wohnungen und Häuser sollten unterteilbar gebaut werden. Kinder sind irgendwann aus dem Haus, und Paare trennen sich heute häufiger.
Energieeffiziente Wärmeversorgung. Wohnungsbau und Reihenhaus sind viel effizienter als das Einfamilienhaus. Bebauungsplan und Bauplatzvergabe bieten Handlungsmöglichkeiten für die Kommune, hier hohe Energiestandards einzufordern.
Ökologische Wärmeversorgung. Bei neuen Bauflächen sollte eventuelles Potential für Nahwärmenetze genutzt werden. Sozialthermie ist zu fördern.
Wohnen für Ältere. Vom Mehr-Generation-Haus über Alters-WGs ist hier viel denkbar.
Baugruppen sind aktiv zu fördern.
Flächen effizient nutzen. Um den Flächenverbrauch abzumindern braucht es verdichtete Bauweisen.
Aktuell werden neue Wohnbauflächen entwickelt. Das alte Schulgrundstück Entringen, das alte Schulgrundstück Altingen, Fliederstraße in Entringen werden mittelfristig umgesetzt. Die Flächen oberhalb von Poltringen und Rest von „Ob dem Bahnhof“ könnten auf die Agenda kommen.
Der Kreis wird in absehbarer Zeit einen erneuten Wohnbaufachtag veranstalten.

Wir bringen den Radverkehr voran.
Wir werden weiter geeignete Baustellenumleitungen in Entringen einfordern. Im Gemeinderat werden wir auch auf die Beseitung von Gefahrenstellen hinwirken. Den Kreis werden wir auf besonders fragwürdige Beschilderungen aufmerksam machen. Zudem soll der Kreis die Radwegführund Entringen – Altingen (aktuell: Durch den Hardtwald. In Zukunft über Flugplatz Entringen und dann am Hardtwald vorbei, da der Weg im besseren Zustand ist?) Wir werden bezüglich des Radweglückenschluss in Altingen erneut Druck machen. Danke an Ulla Malang für die Photos und den Input, wo es im Argen liegt!

Gesucht: Engagement im Klimaschutz.
Um ein kommunales Klimaschutzkonzept (bis ca. Ende des Jahres) mitzuentwickeln braucht es jemand aus der Bevölkerung. Interessierte können sich unverbindlich bei info@ammerbuch.de melden.

Wir wollen mehr Banken an Spazierwegen.
Die örtlichen Gemeinderäte / die Ortschaftsräte machen das zum Thema und suchen nach Stellen im und um den jeweiligen Ort. Die Ortsvorsteher/Ortsteilvertreter besprechen Möglichkeiten eines Sponsorings durch örtliches Gewerbe, Vereine und Privatpersonen. Dann wird eine Sammelbestellung durchgeführt.

Wir machen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Themensammlung für Texte auf Ammerbuch Aktuell / Homepage: Wohnungsbau, Jugendbeteiligung, Bürgerbus, „grüne Themen“ (ohne konkreten Gemeinderatsbezug).
Beim Tagblatt können wir in der Rubrik „von Außen“ selbst veröffentlichen (max 2x im Jahr). Das könnten wir erstmals bei dem Bericht zu unserer Wohnbau-Veranstaltung nutzen.
Wir reden mit GemeinderätInnen der anderen Fraktionen, ob sie die Möglichkeit zu Beiträgen in Ammerbuch Aktuell bald nutzen werden. Es ist schön, wenn wir diese Möglichkeit am intensivsten nutzen. Aber interessant ist diese Sparte vor allem, wenn wir nicht die Einzigen sind.

Wir brauchen gerechte Freibadpreise.
Es gibt keine Ermäßigung für Inhaber der Kreisbonuscard (= Empfänger von Sozialhilfe). Wir werden in der nächsten Gemeinderatssitzung einfordern, dass diese nur ermäßigte Preise zahlen müssen. Kinder mit Kreisbonuscard / von Kreisbonscardinhabern sollen eine Ermäßigung auf die Kinderpreise bekomen.

Wir wollen grüne Energie.
Am Rande des Thema Wohnen, haben wir auch über Energie gesprochen. Sonnenstrom und Solarthermie wollen wir deutlicher fördern. Bei der Gemeinschaftsschule ist überlegenswert, ob vielleicht jemand externes darauf Photovoltaik installieren will, solange es sich nicht für uns selbst lohnt. Aufgrund der fallenden Preise für Anlagen sollte das Thema in Zukunft im Kopf behalten werden.

Niklas Becker

Das Ammerbucher TeilAuto retten – und sparen

Das Ammerbucher TeilAuto wird wenig gefahren. Der Standort in Entringen steht auf der Kippe. Dabei bedeutet es für viele Menschen hier die Freiheit, flexibel unterwegs zu sein.
Wir setzen uns schon lange für umweltfreundliche und gerechte Mobilität ein. Neben Regionalstadtbahn und Radverkehr ist Carsharing in wichtiger Baustein für die Zukunft.

teilauto-kleinere-dateiDas TeilAuto soll bleiben.
Sie können uns dabei helfen und selbst profitieren.

Als Teilnehmer von TeilAuto sparen Sie bares Geld. Sie fahren weniger als 7000 km im Jahr? Dann rechnet sich die Sache. Besonders wenn Sie ein Naldo-Monatsticket abonniert haben. Dann können Sie bei Naldo und Teilauto doppelt sparen.
Zudem haben Sie immer das Auto das sie gerade brauchen. Wenn mal ein Transporter gebraucht wird, ist das kein Problem. Übrigens nicht nur in Ammerbuch und Tübingen, sondern in ganz Deutschland.

Das TeilAuto ist in Ammerbuch ein wichtiger Standortfaktor.

Notfalls sollte hier auch die Gemeinde einspringen und den Standort fördern. Denn die Verwaltung nutzt das TeilAuto auch für Dienstfahrten. Stattdessen einen Wagen für die Verwaltung anzuschaffen rechnet sich nicht.
Vom TeilAuto dagegen profitieren alle – Verwaltung, Bürger und die Umwelt.