Haushaltsrede 2026

Finn Schwarz, 19. Januar 2026

Liebe Mitbürger*innen, sehr geehrte Mitarbeiter*innen der Verwaltung, geschätzter Gemeinderat, liebe Ortschaftsräte, liebe Christel Halm,

Als wir uns zu unserer Fraktionssitzung getroffen haben um über den Haushalt zu reden haben wir uns gefragt:
Warum treffen wir uns eigentlich? Um was geht`s heute eigentlich? Gibt’s überhaupt was zu besprechen? Die Gemeinde-Prüfanstalt hat uns einen klaren Auftrag gegeben, dem wir mehr oder minder nachkommen sollen: Sparen – Ja wo denn eigentlich?

2025 stehen die Kommunen in Deutschland so schlecht da wie noch nie. Bundesweit fehlen 216 Milliarden Euro an Investitionen – ein Rückstand, der sich über Jahrzehnte aufgebaut hat. Seit 2002 sind die Nettobauinvestitionen negativ. Das Ergebnis sehen wir täglich: eine Infrastruktur, die verfällt, weil zu wenig Geld für Sanierung, Ausbau und Modernisierung bereitsteht.

Gleichzeitig fehlen den kommunalen Kernhaushalten 24,3 Milliarden Euro – Ammerbuch trägt 3,3 Millionen dazu bei. Das Finanzierungssaldo der Kommunen hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht – ins Negative. Und der Ausblick für die nächsten Jahre wird nicht besser.

Dringend nötige Investitionen, um die Kommunen zukunftsfest und nachhaltig aufzustellen, müssen so häufig über Schulden oder Fördermaßnahmen finanziert werden. Das eine belastet die Gemeinden finanziell und lässt Zinszahlungen erheblich steigen, das andere bindet personelle Ressourcen, die wir dringend woanders gebrauchen können.

Alle Institutionen, die sich mit Kommunalfinanzen beschäftigen, kommen zum gleichen Schluss: Wir brauchen eine strukturelle Reform der kommunalen Finanzierung. Kommunen stemmen über 50 % der öffentlichen Investitionen, erhalten aber nur 16 % der Steuereinnahmen. Und die Investitionslücke könnte bis 2035 auf 960 Milliarden Euro anwachsen. Diese strukturelle Unterfinanzierung muss enden.

Bezeichnend ist: Unser diesjähriges Defizit entsteht fast vollständig durch Pflichtaufgaben. Unsere freiwilligen Leistungen machen nur rund 800.000 Euro aus. Selbst ohne sie bliebe ein Minus von 2,5 Millionen Euro – verursacht durch Abschreibungen und die erhöhte Kreisumlage.

Insoweit ist das Sondervermögen des Bundes grundsätzlich zu begrüßen. Vielleicht hat der Gesetzgeber endlich begriffen, dass eine Politik des Sparens, der Austerität auf Bundes- wie Landesebene grundlegend falsch ist. Klar ist: Wir haben alle wirtschaftlich zu handeln. Doch müssen wir angesichts der enormen Finanzierungs-Defizite von einer echten Finanzrevolution sprechen, die wir benötigen, um unsere Gesellschaft nachhaltig aufzustellen, wirtschaftlich und politisch handlungsfähig zu bleiben und zu zeigen: Dieser Staat, diese Demokratie kann sein Versprechen der Daseinsvorsorge halten !

Das Sondervermögen kann hierbei nur ein erster Schritt sein. Es ist nur ein Tropfen auf einen heißen Berg, der da heißt: Investitionsstau. Und dieser Tropfen wird den Berg in den kommenden Jahren nicht allein mindern.

Ich bin es leid, in öffentlichen Debatten über die Krise der kommunalen Finanzen Lösungsvorschläge zu hören, bei denen es nur darum geht, welcher benachteiligten Bevölkerungsgruppe wir Geld wegnehmen könnten. Die zunehmenden sprachlichen Entgleisungen v.a. ob wir bei Inklusion streichen sollten, bei der Grundsicherung oder an der wohlverdienten Rente, betrachten wir als GAL mit großer Sorge. Am besten befeuert wird diese zerstörerische Diskussion vom Bürgermeister unserer Nachbarkommune. Das führt zu nix, dass ist das Gegenteil von verantwortungsvoller Politik. Alle haben ein Leben in Würde verdient.

Ich würde sagen: Wir leben eben nicht über unsere Verhältnisse. Ich würde sogar sagen: Wir leben noch gar nicht in der Nähe unserer möglichen gesellschaftlichen Verhältnisse!

Klar ist: wir leben momentan über unseren finanziellen Möglichkeiten – aber diese sind eben politisch gestaltet und änderbar! Allein durch den Wegfall der Vermögenssteuer haben sich die Länder selber Handlungsspielraum in Milliardenhöhe genommen, der uns jetzt in Form schlechter Infrastruktur und Ressourcenmangel auf die Füße fällt.

Wir sollten uns fragen, in welcher Welt wir eigentlich leben wollen: Die Lebenswelt derer, die letztes Jahr geboren wurden, wird fundamental anders sein als wir sie uns alle je vorstellen können: Wir steuern auf eine Erderwärmung von 3 Grad zu und auf der Welt bricht eine längst vergessen geglaubte Ellbogen-Mentalität hervor und begräbt so wichtige Regeln der internationalen Verständigung und Wirtschaft, die uns in Europa über Jahrzehnte Wohlstand und Sicherheit gebracht haben.

Und wir diskutieren in den deutschen Kommunen wo wir noch ein paar Euro hervorzaubern können, um uns in die nächsten Haushaltsverhandlungen zu retten. Das ist unverantwortlich.

Ammerbuch hat in einer mutigen Entscheidung eine Schule gebaut, die Schüler*innen durch ihre Qualität überregional anzieht. Wir haben umfassend Investitionen im Kita-Bereich angeschoben, einen offenen Mittagstisch für Senior*innen beschlossen, eine Integrationsmanagerin eingestellt, die sich um alle kümmern wird, die neu nach Ammerbuch kommen, ein Rettungszentrum und Dorfgemeinschaftshaus in Breitenholz beschlossen und vieles mehr.

Diese Investitionen fallen im Finanz- und Ergebnishaushalt auf uns zurück. Aber sie sind und bleiben notwendig. Und natürlich kann man und muss man viele Entscheidungen kritisch hinterfragen: Brauchen wir alle Bürgerbüros? Brauchen wir überall Feuerwehren? Ist der Unterhalt der Friedhöfe noch zeitgemäß, haben wir nicht zu viel Kindergärten gebaut? Wir sind zu wirtschaftlichen Verhalten verpflichtet und zum Wohl der Allgemeinheit. In unserer Finanzierung sind wir aber zu einem bedeutendem Teil fremdgesteuert und konjunkturabhängig. Unsere Ausgaben bleiben aber bestehen oder steigen sogar noch an. Natürlich können wir sparen. Wir können unsere freiwilligen Ausgaben streichen. Wir können unsere Gebühren, Steuern und Abgaben erhöhen und erhöhen und erhöhen. Und wir können nichts mehr in unsere öffentliche Infrastruktur investieren – Aber was dann, was folgt daraus? Und vor allem wozu? Was bringen uns die Auflagen der Gemeinde-Prüfanstalt eigentlich wirklich?

Das und vieles mehr sollte man bedenken, wenn man unsere Lage anschaut. Ich finde wir sollten stolz auf unsere sozialen Standards sein, die wir gemeinsam erreicht haben und sie nicht schlechtreden. Das können Andere besser, die meinen, daraus ihr politisches Kapital schlagen zu können, ohne Lösungen anzubieten und sich dann „Alternative“ nennen.

2026 finden für die Gemeinde Ammerbuch zwei grundlegende Wahlen statt:

Am 08. März wählen wir alle einen neuen Landtag und bestimmen damit über die landespolitischen Grundsätze unserer Arbeit. Die Spitzenkandidat*innen von CDU bis Linke haben alle deutlich gemacht, dass sie hinter gesunden kommunalen Finanzen stehen wollen. Wir als GAL hoffen, dass aus den Wahlversprechen heraus die Finanzierung unserer Kommunen endlich grundlegend verbessert werden, Zuweisungen der Länder steigen, die Kommunalverbände endlich ernst genommen werden und die für uns so wichtige Konnexität strikt eingehalten wird.

Und am 19. April wählen wir einen neue Bürgermeister oder Bürgermeisterin. Ich habe jetzt schon Hochachtung vor allen, die sich vorstellen können in Zeiten dieser Finanzkrise Verantwortung zu übernehmen und eine Vision aufzeigen, wohin sich diese Gemeinde entwickeln kann.

Und da gibt es weiterhin viel zu tun:

Flächennutzungsplan

Unser aktueller Flächennutzungsplan – also unser zentraler Handlungsmaßstab für die kommunale Entwicklung – ist nahezu ausgeschöpft. Wir müssen ihn dringend fortschreiben und an die heutigen Rahmenbedingungen anpassen. Dabei ist uns wichtig, dass neue Entwicklungen von Anfang an durch eine frühzeitige und ernst gemeinte Bürgerbeteiligung begleitet werden.

Kita-Gebühren

Die Kita-Gebühren dürfen nicht dauerhaft auf dem derzeit hohen Niveau bleiben. Wir müssen Wege finden, sie langfristig wieder zu senken und Familien zu entlasten. Die Idee eines verpflichtenden letzten Kita-Jahres, die du, Christel, eingebracht hast, unterstützen wir ausdrücklich – sie ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit.

Klima & Umwelt

Die Fertigstellung unserer kommunalen Wärmeplanung steht kurz bevor. Jetzt kommt es darauf an, diese Planung mit Leben zu füllen. Wir brauchen konkrete Konzepte für zentrale Wärmelösungen, die vor allem in dichter besiedelten Ortsteilen sinnvoll eingesetzt werden können. Ein bundesweit beachtetes Vorbild dafür ist übrigens unser Breitenholz.

Gleichzeitig müssen wir unsere Gemeinde an die Folgen des Klimawandels anpassen. Wir sollten die Förderprogramme des Landes – etwa KlimoPass – aktiv nutzen, um frühzeitig resilient zu werden. Wir müssen wissen: Wie schützen wir unsere Bevölkerung bei Hitze und Starkregen? Wie halten wir Hartwald und Schönbuch lebendig? Und wie bewahren wir unsere Böden vor Dürre und Erosion?

Vereinsförderung – Starkes Miteinander

Es sind vor allem die „weichen Faktoren“, die eine Gemeinde lebenswert machen. Ammerbuch verfügt über eine vielfältige und wertvolle Vereinslandschaft – von Feuerwehr und DRK über Sportvereine, Narrenfreunde, Musikverein, Jugendclubs und vielen weiteren. Diese Vielfalt gilt es zu erhalten und zu stärken. Als langfristiges Ziel kann die Entwicklung eines „Hauses der Vereine für Ammerbuch“, das Engagement sichtbar macht und Räume für Begegnung schafft, dienen.

Attraktiver Arbeitgeber

Wir sehen mit Sorge die personelle Situation in unserer Verwaltung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit, doch stehen sie zunehmend unter Druck: Die Aufgaben wachsen, die Personalressourcen schrumpfen. Dieses Missverhältnis wird uns in vielen Bereichen vor zusätzliche Herausforderungen stellen. Ich bin z.B. sehr froh, dass wir in kurzer Zeit einen neuen kompetenten Bauhof-Chef gefunden haben der uns hoffentlich noch lange begleiten wird.

Wohnraumentwicklung & Infrastruktur

Wir sind überzeugt, dass es perspektivisch notwendig wird, kommunalen Wohnraum zu schaffen – nicht nur für Mitarbeitende der Verwaltung, sondern auch für ältere Menschen und Familien. Gleichzeitig müssen wir dem Druck auf die Fläche durch verdichteten Wohnungsbau und konsequente Nachverdichtung begegnen. Kluge und Kreative „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ bleibt hier unser Leitprinzip.

Dazu gehört, alte Bebauungspläne zu überarbeiten, Anbauten zu ermöglichen und verstärkt auf sozialen und mehrgeschossigen Wohnungsbau zu setzen. Holzbauweisen und Nahwärmekonzepte – wie im Quartier Schlossblick – müssen Standard sein. Der Druck auf den Wohnungsmarkt steigt, und wir brauchen zukunftsfähige Konzepte, die diesem Druck standhalten.

Straßen und Brücken

Auch unsere Verkehrsinfrastruktur darf nicht aus dem Blick geraten. Straßen, Wege und Brücken müssen erhalten, modernisiert und – wo nötig – erneuert werden. Die Einsparungen im Hoch- und Tiefbau, die wir uns durch die Konsolidierungsauflagen aufgelegt haben, werden früher oder später auf uns zurückfallen. Eine funktionierende Infrastruktur ist die Grundlage für Mobilität, Sicherheit und eine gute wirtschaftliche Entwicklung.

Wir arbeiten für die Menschen und für alle, die noch kommen werden.
Wenn die Kommunen funktionieren, ist das mit die größte Stabilisierung, die wir der Demokratie geben können.

An dieser Stelle möchte ich der Verwaltung von ganzem Herzen danken. Nicht nur in Zeiten eines Arbeitskräftemangels, sondern immer gebührt Ihnen allen Respekt für ihren Einsatz, die Gemeinde Ammerbuch am funktionieren zu halten!

Ohne sie gibt es niemanden, der Anliegen der Bürgerschaft entgegennimmt, der Wahlen vorbereitet, Kindertagesstätten betreibt, Schulen, Neubaugebiete, Dorfgemeinschaftshäuser plant und baut, soziale Angebote wie den Mittagstisch anstößt und mit Leben füllt.

Wir sind als Gemeinderat vielleicht nicht mit allem einverstanden, was uns vorgelegt wird und vielleicht nerven wir sie manchmal mit unseren Einwänden und leicht endlosen Diskussionen 🙂

Aber: Mit ihrem Einsatz für unsere Gemeinde beleben sie nicht nur unsere Gesellschaft, sondern vor allem unsere Demokratie! Und in der aktuellen Zeit ist das mehr als achtenswert!
Ich danke hier vor allem Christel Halm, die sich leider entschieden hat vorzeitig aufzuhören. Du hast in 12 Jahren Ammerbuch viele und wichtige Projekte vorangebracht, von denen wir alle noch lange profitieren werden! Dafür gebührt dir Respekt.

Ich hoffe, dass uns 2026 mit seinen zwei grundlegenden Wahlen die Chance gibt, unsere Gemeinde lebenswert zu halten und unsere Zukunft nachhaltig zu gestalten!

Vielen Dank!

Dorffest für Demokratie

Liebe Ammerbucher*innen

Die Gemeinderäte wurden gestern Nachmittag durch eine Mail der Verwaltung informiert, dass am 8.11. die AfD einen Infostand auf dem Entringer Dorfplatz veranstalten will. Ein Tag vor dem Gedenktag an die Reichspogromnacht 1938!
Wir, ein Bündnis aus GAL, SPD, CDU sowie der Zehntscheuer Entringen und der Initiative „Ammerbuch hilft“ wollen das nicht hinnehmen: Nicht mit uns!

Die AfD ist keine normale Partei, sie ist eine gesichert rechtsextremistische und arbeitet gegen unsere Gesellschaft und die Demokratie. Wir finden: Was die AfD politisch vertritt, darf in Ammerbuch keinen Platz haben.

Wir veranstalten deswegen ein Dorf-Fest für die Demokratie, ein Weißwurstfrühstück (auch vegetarisch) mit Kaffee und Kuchen für Vielfalt und Toleranz gegen die AfD.

Wir starten um 9 Uhr mit dem Aufbau und freuen uns um alle, die kommen und mithelfen wollen, einen Kuchen beisteuern wollen, oder einfach nur mit uns ein Zeichen gegen die AfD setzen!

Als Bündnis haben wir einen Infostand genehmigt bekommen, an dem wir aufklären, was passieren wird, sollte die AfD ihre menschenfeindliche Politik umsetzen!

Auf dem Fest gibt es die Möglichkeit mit den Gemeinderät*innen von GAL, SPD und CDU ins Gespräch zu kommen, sowie die Initiative „Ammerbuch hilft“ kennen zu lernen, die über ihre Arbeit informiert.

Essen und Getränke sind gegen eine Spende erhältlich, der Überschuss geht an „Ammerbuch hilft“.

Setzen wir gemeinsam ein Zeichen für eine offene Gesellschaft, ohne Ausgrenzung und Hass!!

Infos zur Ganztagsbetreuung in Ammerbuch

Kein Mensch kann erklären, warum wir eigentlich seit vielen Jahren einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Kita haben, während, wenn die Kinder mit sechs Jahren oder mit fünfeinhalb oder sieben Jahren eingeschult werden und zwölf Uhr mittags Feierabend ist, sich wieder die Eltern um die Nachmittagsbetreuung in den ersten Grundschuljahren kümmern müssen. Das ist in vielen Bundesländern so; kein Mensch kann das verstehen. Und deswegen ist es völlig unverständlich, dass das nicht schon längst angegangen wurde.“
  Norbert Müller, MdB, Die Linke, 21.05.2021

Der Gemeinderat beschäftigt sich bereits länger mit dem komplexen Thema und steht in intensivem Austausch mit den Schulen und Schulrektor*innen. Wir versuchen die beste Lösung für alle Standorte, für die Grundschulen in Altingen, Poltringen, Pfäffingen und Entringen zu finden und laden dazu zum Mitdenken ein. Eine Entscheidung zu Zeit- und Betreuungsmodell (Wahlform/ Verbindlichkeit) steht voraussichtlich in einer Gemeinderatssitzung im Juli an. 

Für uns als GAL gilt: Wichtig ist, die neue Ganztag-Grundschulen vom Kind her zu denken. Wir brauchen abwechslungsreiche Angebote um den Kindern  Spaß an der Schule zu bieten! Unser Ziel ist, dass die Kinder auch gerne lange im Schulgebäude sind.

Bei Fragen oder Ideen zum Ganztag wendet euch entweder an Frau Sybille Jakhier im Schulamt, an Frau Krell von der Gemeinde oder gerne auch an uns.


Informationen zur rechtlichen Situation und Gestaltungsmöglichkeiten:

Das Ganztagsförderungsgesetz – Was kommt da auf uns zu?

Ein gutes Ganztagsangebot ist essenziell für die Bildungschancen aller Kinder und für die Wahlfreiheit von Familien – 2021 wurde unter dem Kabinett Merkel IV das Ganztagsförderungsgesetz vom Bundestag beschlossen. Dieses Gesetz gibt Eltern von Kindern zwischen 6 und 10 Jahren ab dem Schuljahr 2026/27 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung unabhängig vom Bedarf der Eltern. Das heißt jedes Kind darf kostenlos an einer Ganztagsbetreuung angemeldet werden. Diese Ganztagsbetreuung sind als 8 Stunden am Tag an 5 Tagen in der Woche (Montag bis Freitag) gedacht. Wenn die Schule also um 8 Uhr beginnt, gilt der Rechtsanspruch an Betreuung bis 16 Uhr. Dabei gilt der Rechtsanspruch zuerst für die 1. Klasse, und dann mit jedem weiteren Schuljahr aufbauend für die anderen Klassen – also 2026/27 für Klasse 1, 2027/28 für Klasse 1 und 2, 2028/29 dann für die Klassen 1,2 und 3, und ab 2029/2030 gilt der Anspruch für alle Klassenstufen der Grundschule.

Der Rechtsanspruch kann durch Ganztagsgrundschulen, Betreuende Grundschulen, Tageseinrichtungen für Kinder (Horte), Kindertagespflege sowie jede weitere Form der Betreuung und Förderung im Sinne des SGB VIII erfüllt werden. Während die Ganztagsschule kostenlos ist, kann für die betreuende Grundschule und die Horte Kostenbeiträge von Familien gefordert werden,  ein Rechtsanspruch bedeutet nicht automatisch Kostenfreiheit.
Der Rechtsanspruch gilt auch in den Schulferien, dabei können die Bundesländer eine Schließzeit bis maximal vier Wochen regeln.
Das Gesetz verpflichtet niemand zur Teilnahme. Kein Elternteil muss seine/ihre Kinder gegen ihren/seinen Willen in eine Ganztagsbetreuung geben.

Das Ziel hinter dem GaFöG ist, fehlende günstige Betreuungsmöglichkeiten nach dem Übergang von der Kita/ Kindergarten zur Grundschule zu schließen (Betreuungslücke nach der Kita schließen). Dahinter stecken die Ideen der Chancengerechtigkeit in der Bildung und die Bekämpfung des Arbeitskräftemangels: Wenn für alle Eltern ein günstiges Betreuungsangebot da ist, können hier mehr Eltern der Arbeit in dem Umfang nachgehen, den sie wollen.
Am wichtigsten wird aber die bruchlose Betreuungs- sowie Förderungskette zwischen KiTa und Grundschule angesehen.

Wie kann die Ganztagsbetreuung konkret aussehen?

I Betreuungsformen

1. Verbindliche Form der Ganztagsschule

Hier ist die ganze Schule im Ganztagsbetrieb eingerichtet, d.h. alle Schüler*innen die sich für diese Schule angemeldet haben müssen daran teilnehmen. Sollte also die Grundschule Pfäffingen als verbindliche Schule eingerichtet werden, müssten alle Schüler*innen, die sich für Pfäffingen anmelden, am Ganztag teilnehmen.

2. Wahlform

Hier ist die Schule nicht im verbindlichen Ganztagsbetrieb. Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung, d.h. Schüler*innen können sich für ein Schuljahr am Ganztag teilnehmen oder eben auch nicht.

Wenn Schüler*innen für den Ganztagsbetrieb angemeldet werden, endet die Schule mit dem Ende des Ganztagsbetrieb. Je nach konkretem Modell, wären dass dann 7 oder 8 Stunden Aufenthalt an der Schule. Für jeglichen Ganztagsbetrieb gilt Schulpflicht (außer im Mittagsband), d.h. die Kindern müssen auf dem Schulgelände sein.

Wenn Schüler*innen nicht für den Ganztagsbetrieb angemeldet werden, endet die Schule mit dem Ende des regulären Unterrichts, das wäre dann gegen Mittag, also eine Halbtagsschule.

II Zeitmodelle

Der Rechtsanspruch liegt bei 8h bei 5 Werktagen, doch wir als Schulträger – die Grundschulen haben als Schulträger die Gemeinde – haben verschiedene Zeitmodelle die wir im Ganztag als kostenfreie Betreuung anbieten können:

  • Ganztagsangebot
  • 3 x 7 Zeitstunden
  • 3 x 8 Zeitstunden
  • 4 x 7 Zeitstunden
  • 4 x 8 Zeitstunden
  • 5 x 7 Zeitstunden
  • 5 x 8 Zeitstunden

Dabei ist wichtig zu unterscheiden, dass eine Ganztagsschule nicht gleich 8h Frontalunterricht heißt. Ein gutes Beispiel wie eine Ganztagsgrundschule umgesetzt sein kann, ist die Aischbach Grundschule. Hier finden sich 4 Beispielstundenpläne im Ganztag für die Klassen 1 – 4.

III kostenpflichtige Betreuung

Außerhalb des Zeitmodells der jeweiligen Schule können sich Eltern kostenpflichtige Betreuung dazukaufen (in den Beispielplänen  unten in hellgrün markiert). Ein Beispiel anhand der Grundschule Pfäffingen: Wenn Pfäffingen ein 3 x 7 Zeitstundenmodell fährt, könnte man sich an zwei Tagen eine kostenpflichtige Betreuung dazu buchen. Hier ist aber nicht gewährleistet, dass diese Betreuung auch im selben Schulstandort stattfindet, denn die Mindestteilnehmeranzahl für eine Gruppe einer Ganztagsschule sind 25 Schülerinnen und Schüler (und zwar klassen- und jahrgangsübergreifend!). Sollten weniger als 25 Schüler*innen in einer Schule für eine Ganztagsbetreuung angemeldet werden, muss eine Ganztagsbetreuung an diesem spezifischen Schulstandort nicht angemeldet werden, sondern es kann auf einen anderen Schulstandort hin verwiesen werden. Sprich, die Schüler*innen könnten dann an einer anderen Schule (z.B. Poltringen) in eine Ganztagsbetreuung kommen. Wenn sich genug Kinder anmelden kann in jeder Schule eine Betreuung gewährleistet sein.

Wie in diesem Prozess das Betreuungsangebot der MütZe integriert werden kann, werden wir als Gemeinderat mit den Schulen, der Gemeindeverwaltung und MütZe noch erarbeiten.

IV Mittagsband

Im GaFöG ist für die Ganztagsbetreuung eine Mittagspause vorgesehen. Diese findet nach dem Ende der Halbtagsschule, also gegen 12 Uhr statt. In dieser Mittagspause können Kinder, die in der Ganztagsschule sind, entweder nach Hause gehen und dort essen oder es gibt eine warmes Mittagessen, welches von der Gemeinde gestellt wird.

V Beispielstunden-Pläne

In diesem Beispiel wird der Rechtsanspruch (8h) erfüllt, mit einem 3x8h Zeitmodell.

Die Punkte „Frühbetreuung“ und „Spätbetreuung“ sind hier freiwillige Zusatzaufgaben,die nicht vom Rechtsanspruch abgedeckt werden.

In diesem Beispiel wird der Rechtsanspruch (8h) erfüllt, mit einem 3x7h Zeitmodell plus dazu buchbarer Betreuung. 

In allen Hellgrünen Bereichen übernimmt die Finanzierung der Betreuung  der Schulträger, also wir als Gemeinde. Das wird nicht kostendeckend über Elternbeiträge laufen, d.h.  die Gemeinde wird mehr Geld ausgeben als sie einnimmt.

Finn Schwarz, Gemeinderat

Unsere Quellen zum nachlesen:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/kinderbetreuung/ganztagsbetreuung/betreuungsluecken-fuer-kinder-im-grundschulalter-schliessen-133604

https://www.recht-auf-ganztag.de/

Heute ist ein guter Tag für Familien, ein guter Tag für Kinder und auch ein guter Tag für mehr Bildungsgerechtigkeit. Für viele Familien in Deutschland und gerade auch für Alleinerziehende – hier trifft es besonders Frauen – gab es in der nächsten Lebensphase nach Ende der Kitazeit, während der man ein ganztägiges Betreuungsangebot hatte, in der das Kind auf die Grundschule gegangen ist, einen absoluten Schock. Das war im Lebensalltag schwer zu bewältigen, weil plötzlich nicht überall im Land eine Ganztagsbetreuung, Ganztagsbegleitung bzw. Ganztagsbildung möglich war. Deshalb ist es ein so wichtiger Schritt, dass wir diesen Rechtsanspruch jetzt verankert haben, den alle Familien und Menschen mit Kindern einfordern können“.

Britta Hasselmann, MdB, B`90/Die Grünen, 7. September 2021

Unsere erste große Veranstaltung 2025: GAL Treff mit Ruth Setzler und Daniel Lede Abal

Am 24.04.  hatten wir unseren offenen GAL Treff in der wunderschönen Entringer Zehntscheuer und damit unsere erste große öffentliche Veranstaltung 2025.  Wir hatten eingeladen, um mit allen Interessierten über die aktuellen kommunalpolitischen Entwicklungen zu sprechen.

Wir bedanken uns für das große Interesse und den spannenden Austausch mit allen Teilnehmenden und freuen uns, dass auch von den anderen Ratsfraktionen, der SPD und FWV zwei Vertreter sowie die SPD Ortsvereinsvorsitzende anwesend waren. Besonderer Dank geht an unsere Gastredner Ruth Setzler (Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion) und Daniel Lede Abal (Landtagsabgeordneter) für ihre informativen Beiträge und Bereitschaft, mit uns in Ammerbucch zu diskurtieren.

Unser GAL Treff begann mit einer herzlichen Begrüßung durch Andreas Steinacker und einem Appell, wie wichtig Engagement für den demokratischen Austausch ist und er sich daher freut, dass so viel Menschen gekommen sind, um die Themen zu diskutieren und sich auszutauschen.

Den Auftakt machte Finn Schwarz, unser jüngster Gemeinderat, mit einem Bericht über die aktuellen kommunalpolitischen Themen: was hat uns in den knapp 10 Monaten seit der Wahl beschäftigt und wo liegen für uns gerade die größten Herausforderungen? Zentral ist dabei der Haushalt der Gemeinde – mit dem wir eben bestimmen für welche Sache wieviel Geld da ist. Zentral in unseren Ratssitzungen sind Fragen wie: Wofür ist Geld da? Was finden wir für unsere Gemeinde absolut wichtig? Das wurde auch in der Fragerunde bei Thema langfristige Finanzierung der Musikschule deutlich. Abschliessend gab er einen Ausblick auf einigeThemen, die uns im Gemeinderat beschäftigen werden: Ganz drängend steht hier das Thema Ganztag in der Grundschule. Das 2021 verabschiedete GaFöG (Ganztagsförderungsgesetz) verpflichtet uns ab dem Schuljahr 26/27 eine Ganztags-Betreuungsform anzubieten (Keine Ganztagsschule!). Was hier genau kommt und welches Modell die Ammerbucher Grundschulen  fahren, wird uns Gemeinderäte noch vor der Sommerpause intensiv beschäftigen. Die anderen Themen waren: Finanzierung der Feuerwehr, Unterkünfte sowie die Teilfortschreibung der Regionalpläne für Solar- und Windkraft. Der Regionalverband Neckar Alb – dem wir als Gemeinde angehören – hat seine Pläne für Solar und Windkraftflächen aktualisiert. Für die Öffentlichkeit bestand vom 21. Februar 2025 bis einschließlich 21. März 2025 die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Für die Träger öffentlicher Belange, also auch Gemeinden besteht noch bis zum 21. Mai 2025 die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Im aktuellem Entwurf sind 2 Flächen für Freiflächen-PV ausgewiesen, sowie eine mögliche Fläche für Windkraft bei Reusten. Ob hier etwas entwickelt wird, liegt ebenfalls im Spielraum des Gemeinderats.

Anschließend berichtete Ruth Setzler, unsere Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, über ihre Arbeit im Kreistag und aktuelle Themen auf Landkreisebene. Am wichtigsten war hier die Wahl des neuen Landrats, da der amtierende Landrat Walter seinen Rücktritt angekündigt hat. Zur Auswahl stehen 2 Frauen und ein Mann: Dr. Daniela Hüttig, Erste Landesbeamtin des Landkreises Tübingen (parteilos), Almut Cobet, bis März 2025 Erste Bürgermeisterin der Großen Kreisstadt Göppingen (parteilos) und Dr. Hendrik Bednarz, Erster Bürgermeister der Großen Kreisstadt Rottenburg am Neckar (SPD).

Weiter ging es mit unserem Landtagsabgeordneten Daniel Lede Abal (Grüne) zu landespolitischen Themen und seiner Einschätzung zur aktuellen Bundespolitik.

Abschließend gab es eine ausführliche Frage- und Diskussionsrunde. Themen waren u.a. Einspeiseregeln bei privaten Solaranlagen zur Baupolitik, das Thema psychische Gesundheit und der Gesundheitsinfrastruktur und die Frage warum man denn am 8. März 2026 (Weltfrauentag und Landtagswahl 2026) die Grünen wählen soll. Nach den Berichten und Fragen blieben noch viele Interessierte da und tauschten sich in Gesprächen untereinander aus.

Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, die nicht nur informative Einblicke in die kommunalpolitischen Themen bot, sondern auch Bewusstsein schuf, wie komplex doch „einfach gehaltene“ Themen sein können. Wir freuen uns auf weitere Veranstaltungen dieser Art!

Finn Schwarz, Gemeinderat

Neues Jahr, neue Herausforderungen: Der Haushalt 2025!

Pünktlich zum Jahreswechsel 2025 wird es wieder ernst – die politische Winterpause ist offiziell beendet und es geht direkt los mit unser ersten großen Herausforderung: der Haushalt 2025.

Am 9. Dezember hatte unsere Bürgermeisterin Christel Halm den Haushaltsentwurf 2025 präsentiert. Dieser Plan zeigte uns nicht nur, wieviel Geld die Gemeinde 2025 ausgeben will, sondern auch wie die Finanzplanung der Gemeinde für die nächsten Jahre aussieht – und wir wissen ja alle: Planung ist die halbe Miete! In der Kommunalpolitik unterscheidet man dabei zwischen Ergebnishaushalt und Finanzhaushalt. Mehr Hintergrundinformationen dazu sind im KommunalWiki der Heinrich Böll Stiftung zu finden.

Für uns als Gemeinderäte ist vor allem der Ergebnishaushalt der spannendste Teil. Hier geht es um die „laufenden Aufgaben“, also Personalkosten, der Unterhalt von Gebäuden wie eben die kommunalen Kindergärten und die Gemeinschaftsschule, der Unterhalt der Feuerwehren und viele Zuschüsse und Transferleistungen an Vereine, Freibad, Musikschule, MütZe etc. Also viele Aufgaben, die für unsere Gemeinde wichtig sind und Ammerbuch lebenswert machen.

2025 sollen laut Haushaltsentwurf 39,2 Millionen Euro ausgegeben werden. Davon fallen im Entwurf allein 32% auf Personalkosten, die sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt haben. Grund dafür ist die steigende Zahl neuer Aufgaben, die von Land und Bund an Kommunen übertragen werden. Das ist per se nicht schlecht, denn hinter den Zahlen verbergen sich die Löhne für unsere Kindergärtner:innen, Bauhof-Mitarbeitende und weiteres wichtiges und tragendes Personal unserer Gemeinde. Problematisch wird´s aber dann, wenn Land und Bund für die Aufgaben, die sie an die Gemeinden weitergeben, kein Geld bereitstellen. Das fehlende Konnexitäts-Prinzip „wer bestellt, sollte auch bezahlen“, ist häufig die Ursache, warum so viele Gemeinden in Finanznot sind und vor schwierigen Fragen in der Haushaltsplanung steht.

Aber keine Sorge, es gibt auch gute Nachrichten!

Am 17. Februar wird der Haushalt  final verabschiedet und am 20. Januar hatten wir als Gemeinderäte die Chance, Änderungen vorzuschlagen. Da allen Fraktionen die finanziell angeschlagene Situation der Gemeinde bewusst ist, wir aber bestimmte Ausgaben für absolut nötig für das weitere gute Zusammenleben in unserer Gemeinde sehen, haben wir 3 Anträge interfraktionell gestellt:

1. Mehr Geld für die Musikschule

Unsere Musikschule ist ein echtes Kulturgut. Sie existiert seit 40 Jahren und versorgt heute 900 Schüler:innen in Ammerbuch. Sie bekommt dafür Geld vom Land, dem Landkreis und unserer Gemeinde. 2024 waren das 70.000 Euro. Im Zuge eines Gerichtsurteil zur Anstellung und Bezahlung von Lehrkräften an Musikschulen sind die Lohnkosten erheblich gestiegen. Aus dem eigens dafür eingesetzten Arbeitskreis mit Mitgliedern aus Gemeinderat, Verwaltung und Musikschule kam die Empfehlung, 114.000 Euro im Jahr 2025 zu zahlen, da selbst Preiserhöhungen seitens der Musikschule nicht ausreichen, um mit dem bisherigen  Zuschuss von 70.000 Euro das Jahr 2025 wirtschaftlich zu überleben. Danke an alle, die hier mitgeholfen haben, und ganz besonders an die Musikschule für ihre tolle Arbeit!

2. Mehr Geld für das Freibad

Für das Freibad in Entringen geht es in die gleiche Richtung: Damit das Freibad auch weiterhin offen bleibt, haben wir den Zuschuss für 2025 erhöht. Wir als GAL finden, dass das Freibad einen großen Mehrwert für Ammerbuch bringt und unsere Gemeinde deutlich lebenswerter macht. In der Kommunalpolitik wird zwischen Freiwilligen und Pflichtaufgaben unterschieden. Pflichtaufgaben sind für Kommunen, wie der Name schon sagt, immer umzusetzen und oft gibt es hier genaue Vorgaben, wie entsprechende Aufgaben, wie z.B. das Meldewesen und die Abhaltung von Wahlen zu leisten sind. Freiwillige Aufgaben dagegen sind kein Muss. Sie machen unsere Gemeinde aber erst lebenswert, denn darunter fallen der Bau von Spielplätzen und eben Hallen- und Freibäder. Und unser Freibad ist eben nicht nur „nice to have“ ! Wir haben in unserer Haushaltskonsolidierung bewusst alle Freiwilligen Aufgaben (außer den Zuschuss zur Ammertalbahn) unangetastet gelassen, weil gerade diese unsere Gemeinde zu der machen was sie sind. Wir möchten hier ein großes Dank an den AK Freibad des Gemeinderats und den Freibadförderverein für ihre tolle Arbeit und unermüdlichen Einsatz aussprechen.

3. Ein/e Integrationsmanager:in für Ammerbuch

Ammerbuch hilft! – So heißt eine neue Gruppe, die sich seit letztem Jahr intensiv für eine gute Integration und Unterstützung geflüchteter Menschen in Ammerbuch einsetzt. Im Gemeinderat wurde uns diese wertvolle Arbeit vorgestellt und ein Arbeitskreis für die Erarbeitung einer umfassenden Integrationsstrategie gegründet. In Zusammenarbeit mit Gemeinderat und Verwaltung konnte sich der Rat mit einer wichtigen Forderung von „Ammerbuch hilft!“ durchsetzen: Die Schaffung einer  Integrationsmanager:in-Stelle. Diese Stelle soll die Arbeit der neuen Gruppe professionalisieren und besser koordinieren. So kann die Gemeinde gute Integrationsarbeit leisten und geflüchteten Menschen genau die Hilfe und Unterstützung zukommen lassen, die sie brauchen. Die Stelle soll auf 3 Jahre ausgeschrieben werden, mit der Option auf Verlängerung nach Evaluation.

Und dann gibt’s da noch eine Sache mit der Ammertalbahn:

Um gleichzeitig sinnvoll Geld zu sparen, haben wir einen Zuschuss, den wir seit den 1980ern an die Ammertalbahn zahlen, gestrichen. Diese 25.550 waren vom damaligen Gemeinderat im Zuge der Reaktivierung der Gleise als Anschubfinanzierung gedacht. Die Leistung war eine freiwillige Aufgabe und war damals sinnvoll. Seitdem sind Jahrzehnte vergangen und die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Wir als Räte müssen nun schauen wo wir Geld sinnvoll ausgeben (s.o) und wo wir Geld sinnvoll einsparen. Mit dem Streichen dieser „Anschubfinanzierung“, auf die die Ammertalbahn nicht mehr angewiesen ist und auch kein Anspruch hat, können wir Mittel freimachen um unseren Ergebnishaushalt so aufzubessern, dass wir Gelder für Projekte freimachen, die das Geld dringender benötigen und noch nicht auf eigenen Beinen stehen.

Der ganze Haushalt einschliesslich aller Reden ist auf den Seiten der Gemeinde verlinkt. Die Haushaltsrede unserer Fraktion die weitere  spannende und wichtige Punkte  des Haushalts 2025 aufgreifen, wurde dieses Jahr wieder von Andreas Steinacker gehalten und ist hier als pdf lesbar.

Falls Ihr Fragen zum Haushalt an uns habt, könnt ihr uns jederzeit unter info@gal-ammerbuch schreiben oder an unsere Gemeinderäte einzeln Fragen richten, die Mailadressen finden sich hier.

Auf ein gutes Jahr 2025!

Finn Schwarz für die GAL Fraktion

 

Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl

Am 23.02.2025 finden die Wahlen zum 21. Deutschen Bundestag statt, doch wer kandidiert eigentlich in unserem Wahlkreis?

Die GAL hat es zusammen mit SPD und CDU Ammerbuch geschafft, ein Wahlpodium zu organisieren, in dem sich die Direktkandiat:innen von SPD, CDU, FDP, GRÜNE und Linke vorstellen und es die Möglichkeit gibt, mit den Kandidat:innen in den Austausch zu kommen. Thematisch sind dabei die Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik und Migration gesetzt.

Bis auf Julian Grünke (FDP) stellen sich alle das erste Mal zur Wahl. Da Julian Grünke terminlich verhindert ist, wird er durch  Christopher Gohl vertreten.

 

Uschi Götz wird als unabhängige Moderatorin durch den Abend leiten. Sie lebt in Ammerbuch, war 10 Jahre lang als Journalistin beim Deutschlandradio mit Schwerpunkt Politik und Wirtschaft tätig und leitete die Abteilung Kommunikation von SüdWestMetall.

Das Podium fand am 12.02. ab 19 Uhr in der Kelter Entringen (Kelternstr. 11) statt.

Und hier geht es zum Livestream:
https://youtube.com/live/pBitvD9lAo8?feature=share

Da es vor Ort nur begrenzt Parkplätze gibt, bitten wir euch, zu Fuß oder per Rad zu kommen. Getränke gibt es vor Ort gegen Spende und das Podium ist bis 21 Uhr geplant. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Einladung zum gemeinsamen Spaziergang

Wir laden alle Ammerbucher und Ammerbucherinnen zu einem Spaziergang (ca. 1-1,5 Stunden) mit anschliessendem Kaffee im Bergcafe ein. Viele unserer Kandidatinnen und Kandidaten werden dabei sein und es ist eine super Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen, Ideen auszutauschen und dabei unsere wunderbare Ammerbucher Landschaft zu geniessen.

Alle und insbesondere auch Familien sind herzlich willkommen. Da der Spaziergang durch den Kochhartgraben führt, laden wir Interessierte mit eingeschränkter Mobilität gerne zum Kaffee ein.

Treffpunkt ist am Sonntag, den 2. Juni um 15.30 Uhr am Parkplatz Sportplatz Reusten oder dann ab 17 Uhr beim Bergcafe.

Einladung zur Veranstaltung: Klimaschutz in Ammerbuch

Direktvermarktung, Repaircafé, Kleiderkammer, Photovoltaikanlage – viele Menschen in Ammerbuch engagieren sich bereits für eine nachhaltige und klimafreundliche Lebensweise.

Aber geht da gemeinsam vielleicht noch mehr?

Am 17.05 veranstalten wir einen Workshop zum kommunalem Klimaschutz und laden alle AmmerbucherInnen und interessierte Nachbarn herzlich ein, um 18 Uhr ins Berghaus Reusten (ehemaliges Sportheim) zu kommen.

Bei der Veranstaltung möchten wir von denen lernen, die den Klimaschutz in ihrer Gemeinde bereits systematisch vorangetrieben haben und machen im Anschluss  gemeinsam eine Bestandsaufnahme für Ammerbuch und entwickeln Zukunftsideen. Gearbeitet wird an Thementischen zu Mobilität, Landwirtschaft & Ernährung, Energie/Wärme, Unternehmen, Konsum und Klimaschutz & Jugend.

Wir werden inspirierende Vorträge hören und gemeinsam diskutieren, was bereits passiert und was wir darüber hinaus für den Klimaschutz im Ammertal tun können. Im Idealfall entstehen bereits konkrete Projektideen und es finden sich Menschen, die diese gemeinsam weiter vorantreiben möchten. Und was zu trinken und snacken gibt es natürlich auch 🙂

Für die Impulsvorträge konnten wir zwei großartig tolle Initiativen gewinnen, die in ihren Gemeinden den Klimaschutz voranbringen:

Das Klimaforum Großbettlingen hat es geschafft 2022/2023 in ihrer Gemeinde einen Sammelantrag für PV-Anlagen zu stellen und eine Energie-Genossenschaft gegründet.

Sie versorgen so Haushalte günstig und umweltfreundlich mit Energie! Daneben haben sie monatliche AG-Treffen, um auch in anderen Bereichen Großbettlingen klimafit zu machen.


Die klimataskforce Nürtingen will in Nürtingen alle relevanten Akteure verbinden und ein schlagkräftiges Netzwerk schaffen um ihre Stadt besser aufzustellen. Sie bilden dazu u.a. Unternehmensnetzwerke, Kleidertauschpartys, Klima-Slams und vieles mehr.

Kommt gerne vorbei, wir freuen uns auf euch!

Grün-Alternative Liste